Kinder- und Jugendhilfe

Die Aufgaben und Funktionen der Kinder- und Jugendhilfe entwickeln sich jeweils in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Tendenzen. Die Kinder- und Jugendhilfe agiert dabei einerseits als Gestalterin (dies v.a. angesichts und auf der Grundlage ihres Auftrages lt. SGB VIII), andererseits »reagiert sie vor allem auf die Lebenslagen der Adressaten und den darin entstehenden Unterstützungs- und Förderbedarfen« (vgl. ISA 2009, S.6).

Grundlegend sind die Aufwachsbedingungen von Kindern und Jugendlichen heute einerseits geprägt durch vielfältige Möglichkeiten der individuellen Lebensgestaltung, andererseits aber auch gekennzeichnet durch prekäre Lebenslagen, eine wachsende Armut und ausgeprägte strukturelle Benachteiligungen. Für die Jugendhilfe bedeutet dies, den Weg einer »Doppelstrategie« einzuschlagen, nämlich zum einen immer stärker auf frühe familienorientierte Angebote, auf Unterstützung und frühe Förderung sowie auf präventive Angebote zu setzen, zugleich aber auch ihren Schutzauftrag bei drohender oder akuter Kindeswohlgefährdung zu intensivieren (vgl. ISA 2009, S.6f).

Mit den Themenstellungen »Soziale Frühwarnsysteme«, »Familienzentren« und »Maßnahmen zum Kinderschutz« reflektiert sich diese doppelte Strategie aktuell im Rahmen der schwerpunktmäßigen Auseinandersetzung des ISA in diesem Arbeitsbereich.

Neben den Kategorien »Prävention« und »Schutz« ist es zugleich wichtig, die erzieherischen Hilfen sowie die Angebote der Jugendsozialarbeit nicht aus dem Blick zu verlieren, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des Wissens um die Möglichkeiten und Grenzen präventiver Ansätze.